Unternehmensgeschichte „Hartnackschule Berlin“

Paul Emil Hartnack, ein junger Fremdsprachenkorrespondent aus Wuppertal, gründete 1915 in Köln eine Schule mit Nachhilfeunterricht in Englisch und Französisch. Der Lehrstoff sollte mit Hilfe von projizierten Bildern („Stehbildern“) zur Konversation anregen und interkulturelles Verstehen ermöglichen. Dazu entwickelte Paul Emil Hartnack „Filmstrips“, und ließ dieses Verfahren 1929 patentieren. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich die Schule rasant weiter, und bald unterrichteten 23 Lizenzschulen nach der bahnbrechenden Methode des Schulgründers.


Paul Emil Hartnack (1891-1952)

Im Jahre 1934 verlegte Hartnack den Hauptsitz seiner Schule nach Berlin an den Nollendorfplatz. Unmittelbar nach dem Ende des Krieges übernahm Artur Lauterbach (1904-1981), bis dahin Inhaber und Leiter eines privaten Gymnasiums in Breslau die Schulleitung und nach Hartnacks Tod die Inhaberschaft. Nachdem die Unterrichtsräume und alle Unterrichtsmaterialien in der Bülowstraße 105 durch Bomben zerstört worden waren, fand die Hartnackschule schließlich 1945 in der Motzstraße 5 in Schöneberg ihre neue Heimat.
Die „Methode Hartnack“ wurde weiterentwickelt: Unterricht mit Projektionsapparaten, Lehrfilmstreifen und gedruckten Unterrichtsmaterialien gab es neben Englisch und Französisch auch in Spanisch, Russisch, Italienisch und „Deutsch als Fremdsprache“ (DaF).

Es gelang Artur Lauterbach die durch Kriegseinwirkungen finanziell angeschlagene Sprachenschule zu konsolidieren, den Anteil von „Deutsch als Fremdsprache“ auszuweiten und die Zahl der Sprachkursteilnehmer anwachsen zu lassen.


Artur und Inge Lauterbach in den 70er Jahren

Die Hartnackschule Berlin wurde eine vom Berliner Senat anerkannte Ergänzungsschule und erhielt die Berechtigung Sprachprüfungen abzuhalten. Das Prüfungswesen hat bis heute einen hohen Stellenwert in den Unternehmenszielen der Hartnackschule. Eine vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anerkannte Abschlussprüfung zum Abschluss der im ESF BAMF Programm laufenden Kurse „Deutsch für den Beruf“ wurde hausintern konzipiert und wird heute in dem Programm trägerübergreifend eingesetzt. Zudem ist die Hartnackschule sowohl „telc“- als auch „TestDaF“- Prüfungszentrum.
Nach Lauterbachs Tod im Jahre 1981 führte seine Frau Inge Lauterbach die Schule in seiner Tradition mit einem pädagogischen Team weiter. Die Hartnackschule expandierte in der Folgezeit, hatte Niederlassungen in der Tauentzienstraße und in der Lindenstraße, direkt neben dem „Springer-Hochhaus“. Das Herzstück blieb jedoch der Nollendorfplatz in Schöneberg mit dem Hauptgebäude in der Motzstraße, dem Hochhaus am Nollendorfplatz und Unterrichtsräumen im CVJM-Gebäude in der Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße. Seit Oktober 1993 ist Henning Lauterbach Schulleiter. Das Kursangebot im DaF-Bereich wurde differenzierter. Erwähnenswert sind die Universitätskurse, die der Vorbereitung auf die Sprachaufnahmeprüfungen der Universitäten dienen und auf große Resonanz stoßen.

Im Oktober 2000 wurde die Hartnackschule als eine der ersten Bildungseinrichtungen in Berlin nach ISO 9001 zertifiziert.
Zwei Jahre später wurde von Inge Lauterbach die gemeinnützige Lauterbach-Stiftung mit dem Ziel gegründet, hochbegabte und finanziell bedürftige Sprachkursteilnehmer der Hartnackschule zu fördern.

Die Hartnackschule ist eine der wenigen Sprachenschulen in Berlin, die im Verbund mit Kooperationspartnern berufsbezogene Deutschkurse mit ESF-Förderung im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchführen dürfen. Im Jahre 2011 wurde für diese speziellen Kurse eine Zweigstelle in der Joachimsthaler Straße 17 in Charlottenburg eröffnet.

Auch Integrations- und Orientierungskurse, in denen Migranten auf ein Leben in Deutschland vorbereitet werden, gehören seit Jahrzehnten zum Markenzeichen der Hartnackschule Berlin. An den Integrationskursen, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert werden, nehmen z.Zt. viele Teilnehmer aus Syrien, der Türkei und Afghanistan teil.

Die Kundschaft der Hartnackschule ist multikulturell und in ihrer Zusammensetzung Spiegelbild des weltpolitischen Geschehens. So sind momentan die am stärksten vertretenen Nationalitäten unter den Schülern der allgemeinsprachlichen Kurse aus arabischen Ländern, Osteuropa und Spanien. Aber auch, wenn auch ungleich zahlenmäßig geringer sind Teilnehmer aus Kamerun, Nigeria und Kenia vertreten. Der neueste Trend ist die wieder steigende Teilnehmerzahl an Chinesen an der Hartnackschule. Sprachschüler aus Indonesien und Vietnam stellen seit Jahren eine zahlenmäßig stabile Teilnehmer-Gruppe dar. Die meisten Kursteilnehmer in den allgemeinsprachlichen Sprachkursen sind Mitte 20 und wollen danach in Deutschland studieren.

Die Unternehmensstruktur ist heute vielschichtiger als noch vor wenigen Jahren. Henning Lauterbach, der seit 2013 auch geschäftsführender Schulinhaber ist, verwirklicht mit einem Team von pädagogischen Koordinatoren, von Mitgliedern der Prüfungskommission, von erfahrenen Mitarbeitern in der Schulverwaltung, von Mentoren zur Einführung und Betreuung neuer Dozenten, von Redakteuren für die Erstellung von Unterrichts- und Prüfungsmaterialien, und von einem Stab von Weiterbildungs-, Gleichstellungs- und Gesundheits- und Datenschutzbeauftragten die jährlich gesetzten Unternehmensziele.


Henning Lauterbach 2015


Heute im Jahr des hundertjährigen Jubiläums sind es die „Neuen Medien“ im Sprachunterricht der Hartnackschule, die die Methode Emil Hartnacks des innovativen Umgangs mit Bildern im Zusammenhang mit Sprache fortleben lassen. Die bundesweit ersten Sprachkurse, in denen mit Einsatz von iPads Deutsch gelernt wird, werden im Jubiläumsjahr, in dem täglich rund 1.800 Sprachkursteilnehmer in 110 Sprachkursen eingeschrieben sind, angeboten.

Rund 100 Mitarbeiter verwirklichen heute unternehmerisch erfolgreich die deutsche Willkommenskultur und vermittelten bis heute rund 250.000 Sprachschülern nicht eine Fremdsprache, sondern ein wertgeschätztes und tolerantes Miteinander in einer sie willkommen heißenden Kultur. Die Entwicklung eines neuen Leitbildes auf der Grundlage des Firmenmottos „Qualität mit Tradition“ nimmt die erfolgreiche Firmengeschichte im hundertjährigen Jubiläumsjahr auf, und schreibt sie weiter.




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